7 Dinge, die sich seit 2017 bei mir geändert haben

korsika vegan

Kennt ihr das? Manchmal gibt es Zeiten im Leben, in denen man einfach merkt, dass etwas im Umbruch ist. Es passiert in dir selbst. Du veränderst dich und diese Veränderung wird dir auf einmal ganz bewusst, vor allem dann, wenn sie dir gut tut und längst überfällig war. Sicherlich kannst du das auf verschiedene Lebenssituationen projizieren. Bei mir war das jedenfalls so.

Die letzten beiden Jahre habe ich vor allem eines gemacht, nämlich auf meine Heilpraktiker-Prüfung gelernt und nebenher gearbeitet. Dies war mit Sicherheit einer der stressigsten Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich wirklich absolut ausgebrannt gefühlt hatte und am Ende nichts mehr auf die Reihe bekommen habe. Ich bekam unglaubliche Verspannungen und Schmerzen, so dass mein Arm für mehrere Monate gekribbelt hatte, ich nicht mehr auf dem Rücken liegen konnte und schlussendlich so einen „verbissenen“ Kiefer hatte, dass als i-Tüpfelchen noch ein Tinnitus dazukam – YES, vielen Dank dafür! Von meiner Stimmung und den Panikattacken, die ich zu dieser Zeit erlebte, will ich gar nicht anfangen. Nachdem ich meine Prüfung letztes Jahr im Juni gleich auf Anhieb geschafft hatte, erhoffte ich mir, dass der Stress endlich vorbei ist und ich durch einen enspannteren Alltag wieder zu meinem normalen Rhythmus zurückfinden konnte. Der Gedanke von einer 70 Stunden Woche zu einer „normalen“ Arbeitswoche zurückzukehren, hatte mich die ganze Zeit begleitet und ich dachte, DANN muss alles wieder gut sein. Fehlanzeige! Ich fühlte mich immer noch getrieben und kam überhaupt nicht aus diesem ständigen „Du-musst-unbedingt-was-tun“ Modus raus, der mich ständig vor der Prüfung bestimmt hatte.

Ich hatte zwar deutlich mehr Zeit, auch wenn ich diese nun in Fortbildungen zu naturheilkundlichen Themen gesteckt hatte, aber der Stress ging einfach nicht weg. Auch nicht das Gefühl, das mir einfach alles zu viel ist. Mir war bewusst, dass es so nicht mehr weitergehen kann, aber ich wusste nicht so genau, wie ich das anpacken sollte. Im Endeffekt hat wohl einiges ganz unterbewusst dazu beigetragen, dass ich schlussendlich zur Ruhe kam. Auch wenn ich nach wie vor eine 60 Stunden Woche habe, erlebe ich diese ganz anders als zuvor. Ich möchte euch gerne erzählen, was mich persönlich runtergebracht hat und was sich 2017 verändert hat. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind – es muss nicht immer das große Etwas sein, das in uns eine Veränderung bringt. Auch kleine Dinge können so große Veränderungen hervorrufen, vor allem wenn sie sich aufsummieren. Beginnen wir hier.

1. Natur

Ich genieße in letzter Zeit unglaublich die ausgedehnten Spaziergänge an der frischen Luft. Besonders jetzt wo es Frühling ist, habe ich das Gefühl, dass bei einem einstündigem Spaziergang so viele Glückshormone ausgeschüttet werden,  dass ich danach einfach nur noch Grinsen kann. Ich liebe das schnelle Gehen, ohne Smartphone, um mich wirklich auf den Augenblick und die Natur konzentrieren zu können. Auch nach dem Arbeiten brauche ich ganz oft noch einen Spaziergang mit meinem Verlobten. Man tauscht sich aus, was über den Tag hinweg passiert ist und quatscht sich einfach den Mund fusslig.

2. Sport und Laufen

Ich mache anders Sport als im letzten Jahr. Ja, ich bin kein Fitness-Model und von mir sieht man auch keine „Big-Booty-Bilder“ auf Instagram, aber ich brauche Sport genauso wie andere Grundbedürfnisse. Für mich macht hier vor allem die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining am meisten Spaß. Und was sich dieses Jahr für mich nach meiner ersten Saftfastenkur am meisten verändert hat, war die Motivation beim Sport. Für mich ist nämlich Regelmäßigkeit mittlerweile wichtiger als Intensität. Ich kann mich noch gut erinnern, was für ein „Trauma“ der Cooper-Test bei mir hinterlassen hat, bei dem wir im Sport-Unterricht 12 Minuten am Stück joggen sollten. Ein reinster Alptraum! Vor allem wenn man nach zwei Minuten glaubt keine Luft mehr zu bekommen und nur noch Sternchen sieht. Das waren also meine Erfahrungen zum Thema Joggen. Und letztens hat es mich gepackt und ich habe versucht auf dem Laufband ein paar Minuten zu rennen, was dazu geführt hat, dass ich mittlerweile schon sieben Mal in diesem Jahr über 20 Minuten gejoggt bin. Für mich eine Meisterleistung 😉 Ihr dürft mich hier nicht zu ernst nehmen!

3. Ernährung

Seitdem ich im Februar meine dreitägige Saftfastenkur vollzogen habe, bin ich wieder um einiges bewusster geworden, was meine Mahlzeiten angeht. Ich ernähre mich überwiegend vegan, aber esse auch mal hin und wieder Bio-Eier. Dazu esse ich mittlerweile wieder etwas mehr Rohkost, weniger Zucker, mehr hochwertige Fettsäuren und noch viel weniger Soja. Und das tut mir unglaublich gut. Ich habe meine Ernährung meinen Hormonen angepasst und bin gerade absolut glücklich damit. Nachdem ich irgendwann mal nach High Carb/Low Fat gegessen hatte, hat sich das Essen in Massen bei mir eingeschlichen und ist auch nicht wieder gegangen. Mir tut diese Völlerei leider überhaupt nicht gut, auch wenn es sich nur um 4 Teller Gemüse handelt oder 12 Bananen. Ich fühle mich fitter und ausgeglichener, wenn ich mich nicht überfresse. Im wahrsten Sinne des Wortes.

4. Lesen

Ein kleiner, aber doch wesentlicher Punkt, der für mich sehr wichtig ist, ist das Lesen von verschiedenen Büchern. Wenn ihr Frauen kennt, die hysterisch werden, wenn sie an einem Schuhladen vorbei werden, kennt ihr mich noch nicht, wenn ich einen Buchladen betrete. Ich liebe Bücher und könnte mich mit ihnen in die Insolvenz shoppen. Seit Jahren habe ich mir vorgenommen mal wieder die Harry Potter-Reihe von vorne zu lesen – und wehe einer von euch lacht jetzt! 😉 Ja, stellt euch vor, ich habe es endlich geschafft und bin mittlerweile schon bei Band 4. Ich freue mich immer wieder über ein Stündchen, in dem ich Zeit finde weiterzulesen, weil ich in den letzten Jahren nie wirklich dazu kam. Außerdem lese ich im Moment sehr viel zum Thema Frauenheilkunde und Hormone – ein unglaublich spannendes, aber auch sehr kompliziertes Thema! So sind wir Frauen halt. Schieben wir es auf unsere Hormone.

5. Entschleunigen

Es gibt einen Spruch, der besagt, dass man langsamer gehen sollte, wenn man in Eile ist. Ich habe irgendwann nach meinen Prüfungen bemerkt, dass ich langsamer gehe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin nämlich ein echter „Chaos-Typ“ und kann normalerweise nicht normal durch die Gegend laufen, weil ich immer einen sehr schnellen Gang habe. Meine Mutter würde jetzt wahrscheinlich wieder sagen, dass ich hektisch durch die Gegend renne. Hi Mama! Ich bin viel entspannter und versuche auch bei Stress wirklich langsamer zu gehen, die Dinge entspannter, aber dafür organisierter anzugehen. Wir haben vor allem im Moment eine verrückte Zeit, weil demnächst unsere Hochzeit ansteht und ich gerade meine Praxis eröffnet habe. Das lässt sich nicht immer ganz so leicht unter einen Hut bringen, aber es funktioniert sehr viel besser, wenn man dabei versucht entspannt zu bleiben. Man soll die Aufgaben Schritt für Schritt angehen und nicht den riesigen Berg an To-Do´s auf einmal betrachten. Das ist nämlich so demotivierend.

6. Einstellung

Viele von euch wissen, dass ich gerade in meinen Stress-Phasen häufig unter Angstattacken und Nervosität zu leiden hatte, die für mich wirklich ganz extrem waren. Rückblickend kann ich euch sagen, dass diese Phase für mich wohl einer der schlimmsten meines Lebens war. Ich weiß aber mittlerweile auch, dass ich mir sehr oft selbst Druck gemacht habe, indem ich alles zu einhundert Prozent perfekt machen wollte und kein Versagen zugelassen habe. Ja, ich bin Perfektionist und diese Einstellung hat mich kaputt gemacht. Ich hatte häufig Angst, dass Dinge schief gehen und nicht klappen könnten. Mittlerweile sage ich mir selbst, dass das zum Leben dazugehört. Ich bin nun darauf gefasst, dass es auch mal schief gehen KANN und auch mal schief gehen WIRD, aber das ist okay. In den meisten Fällen tut es das nämlich gar nicht, aber auch solch schlechte Erfahrungen sollten wir willkommen heißen. Sie machen uns zu dem, der wir sind. Wir werden klüger, reifer und wissen es im Nachhinein so viel besser.

7. Feierabend machen

Passt das nicht gut zum letzten Punkt? 🙂 Ich bin gerade tatsächlich in der Praxis und mache für heute, nach diesem Eintrag, Feierabend. Zu meiner Prüfungszeit habe ich oft noch nachdem ich einen 9-Stunden-Tag hinter mir hatte noch weitere 4-5 Stunden gelernt, Non-Stop und mir keine Ruhepause dazwischen gegönnt und diese Phase ging über beinahe zwei Jahre. Das war nicht schön, wenn man abends nach Hause kam und ich meinen Freund oft vertrösten musste, weil ich einfach lernen und Dinge erledigen musste. Auch wenn ich heute mit meinen drei Jobs immer noch viel zutun habe, mache ich bewusst Feierabend, klappe den PC zu und lege mich auf die Couch oder gehe raus. Ich plane bewusster meine Freizeit ein und halte mich auch daran. Ich denke jeder, der selbstständig ist, kennt dieses Problem. Wie oft setze ich mich noch unter Druck, dass ich unbedingt noch ein paar mehr Videos oder Einträge für meine Social Media Kanäle hochladen muss? Mittlerweile gehe ich damit einfach gelassener um, auch wenn es dann eben mal ein paar Tage oder ein paar Wochen kein neues Video gibt. Dafür habt ihr heute einen umso persönlicheren Blogeintrag von mir lesen dürfen! 🙂

Ich bin gespannt, was sich weiterhin in diesem Jahr entwickeln wird. Welche neuen Einsichten und Aufgaben werden sich für mich ergeben? Was darf ich dazulernen und was werde ich mir noch abgewöhnen? Mich würde nun interessieren, wie das Jahr 2017 für euch begonnen hat und ob ihr eure Vorsätze eingehalten habt? Gab es bei euch gravierende Veränderungen, gerade was eure Einstellung anbelangt? Schreibt es gerne unten in die Kommentare! Ich freue mich auf euer Feedback und eure Erfahrungen!

Bis bald,

Eure Ailyn

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Comments

    • Sabrina
    • 26. April 2017
    Antworten

    Ich habe grade deinen Eintrag gelesen und mich in so vielen dieser Punkte wieder erkannt…
    War schön das zu lesen und das Gefühl zu haben, an diesem Punkt nicht alleine gewesen zu sein! ❤

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