Definition und Ursache von Neurodermitis

neurodermitis bekämpfen

Ich war seit meiner Kindheit sehr schwer von Neurodermitis betroffen und konnte in meinem Leben viele Erfahrungen mit dieser Erkrankung sammeln. In meinem Fall war es so, dass ich mich ziemlich ungesund ernährt und dadurch meine Darmflora kaputt gemacht habe. Dies habe ich im Endeffekt auch durch eine Klinik schwarz auf weiß bestätigt bekommen. So hatte ich endlich den Strohhalm, an den ich mich klammern konnte, um meine Neurodermitis auf eigene Faust zu behandeln.

Für mich galt folgender Gedankengang: „Ein Haus, das man 20 Jahre lang, jeden Tag mit „Müll“ zugeschüttet hat, ist nicht in ein paar Wochen aufgeräumt und schon gar nicht wenn man glaubt, es räume sich von selbst auf.“

Ich wollte mein Haus aufräumen, damit ich wieder darin wohnen kann.

Meine persönliche Definition von Neurodermitis

Neurodermitis ist eine Krankheit, die sich in erster Linie durch Ekzeme und Rötungen auf der Haut bemerkbar macht und wahrscheinlich auf ein gestörtes Immun- und Stoffwechselsystem zurückzuführen ist. In der Naturheilkunde gilt oftmals die Ansicht, dass Neurodermitis auf einer gestörten Darmflora und einer nicht ausreichenden Entgiftungsfunktion bestimmter Organe basiert. Neurodermitis kann sich im Laufe des Lebens entwickeln oder schon von Geburt an bestehen.

Charakteristisch ist ein schlimmer Juckreiz, der z.B. beim Verzehr bestimmter Lebensmittel oder durch bestimmte Umwelteinflüsse auftritt. Die Betroffenen kratzen meist so fest, dass die Haut zu bluten beginnt und dadurch eine Linderung eintritt. Die Ekzeme sind gerötet, schuppen und nässen teilweise. Während man kratzt, transportiert man wiederum Bakterien in offene Stellen, die den Heilungsverlauf erschweren. Neurodermitis verschwindet sehr oft zwischen Abschluss der Pubertät und dem „Erwachsenwerden“. Ein weiterer wichtiger Faktor, der einen Schub beeinflussen kann, ist die Psyche. Sie ist meist aber nicht die Ursache, warum diese Erkrankung überhaupt besteht.

Sind wir Menschen auf Pflegeprodukte angewiesen?

Neurodermitisherde heilen meiner Meinung nach am besten ab, wenn man die Haut in Ruhe lässt. Wen man trotzdem cremen möchte, sollte man sich bewusst werden, dass man symptomatisch behandelt und nicht ursächlich. In der Anfangszeit, als ich das Cremen unterlassen hatte, ist meine Haut richtig schuppig geworden. Ja, es hat sogar Wochen gedauert, bis sie sich wieder regenerieren konnte. Das Ergebnis hat sich für mich jedoch gelohnt. Ich habe damals extrem selten auf Salben und Lotions zurückgegriffen und wenn doch, dann habe ich basische Cremes verwendet.

Viele Menschen sprechen von der sogenannten „Entsäuerung“ und machen regelmäßig Kuren für den Säure-Basen-Haushalt und trotz allem werden überwiegend saure Kosmetikprodukte verwendet. Mit „sauer“ meine ich hier den pH-Wert einer Creme, Lotion oder Salbe. Diesen Aspekt finde ich sehr interessant.

Viele Neurodermitiker denken sich nun, dass sie ja eh schon von Grund auf eine trockene Haut haben und wenn man auf Cremes verzichtet würde der Hautzustand schlimmer wird. Ich muss zugeben, dass ich auch sehr lange gebraucht habe, bis ich das Cremen aufgegeben habe. Ich dachte immer eine übertriebene Hautpflege sei bei der Neurodermitis essentiell. Dann habe ich es jedoch ausprobiert und auf das Schmieren verzichtet und siehe da, mein Hautzustand wurde langsam besser. Ich bin damals auf basische Hautpflege umgestiegen und habe die Pflege von der Marke Michael Droste-Laux verwendet. Vor allem die Basenbäder haben mir sehr gut geholfen.

 

Als ich begonnen habe mich mit Neurodermitis zu befassen, wusste ich zum Beispiel gar nicht, dass die Haut ein Ausscheidungsorgan ist. Es ist scheinbar sogar unser größtes Ausscheidungsorgan. Sie nimmt eine Fläche von ca 2 m² ein. Ich habe mich in meiner Denkweise oft sehr aggressiv gegenüber meiner Haut verhalten. Meine Haut war mein Feind, weil sie mich ständig „quälte“. Bis mir irgendwann bewusst wurde, dass die sichtbaren Symptome eine Art „Hilfeschrei“ des Körpers sind. Als würde ein Fass überlaufen.

Das Problem mit der  allergischen Reaktion

Bei der Neurodermitis scheint das Immunsystem auf eigentlich ganz „normale“ Stoffe mit einer total übertriebenen Reaktion zu reagieren. Bei Neurodermitikern besteht außerdem oftmals ein Gamma-Linolensäure-Defizit, was bedeuten soll, dass der Körper wahrscheinlich auch mehr Entzündungsstoffe bildet, als beim Gesunden. Um den Stoffwechsel also zu entlasten habe ich ein Präparat eingenommen, welches dieses Defizit ausgleicht. Allgemein sind die Fettsäuren Omega 3 und 6 für unser Leben essentiell. Dies gilt nicht nur für Neurodermitiker, sondern für jeden Menschen.  Am besten geeignet sollen daher Öle mit einem hohen Gehalt an Gamma-Linolensäure sein. Ich habe diese zum einen in Salate oder unter Brotaufstriche gemischt, aber auch gleichzeitig z.B. Kapseln mit Borretschsamenöl eingenommen.

Weitere mögliche Ursachen für Neurodermitis

* Ernährung: Eine Ernährung die vorwiegend entzündungsfördernde Stoffe enthält, kann die Neurodermitis oftmals „anfeuern“. Außerdem stehen Kuhmilch und Weizenprodukte unter starken Verdacht Allergien und Neurodermitis auszulösen. Dazu habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht. Ist die Kuhmilch wirklich für den Menschen geeignet? Die Kälber trinken auch keine Muttermilch vom Menschen und vor allem nicht nach dem Abstillen. Außerdem bilden viele Menschen nur bis zu einem gewissen Alter das Enzym Lactase, welches die in der Milch enthaltene Lactose spaltet. Meiner Meinung nach ist eine überwiegend pflanzliche Ernährung sehr wichtig bei Neurodermitis – so meine Erfahrungen dazu. Auch Zitrusfrüchte und scharfe Speisen werden oftmals nicht so gut von Neurodermitikern vertragen.

*Allgemeiner Mangel an Spurenelementen und Vitaminen: Viele Neurodermitiker berichten davon, dass es nach der Einnahme eines bestimmten Präparates zu einer deutlichen Besserung ihres Hautzustands kam. Nun gibt es immer noch viele Kritiker von Nahrungsergänzungsmitteln, die behaupten, man solle sich ausschließlich von Obst und Gemüse ernähren. So einfach ist das heute scheinbar nicht mehr. Unsere Böden sind wohl extrem nährstoffarm geworden. Häufig wird das Gemüse und Obst dann noch gespritzt. Außerdem essen wir viele nicht-saisonale Lebensmittel über das ganze Jahr hinweg. Hier müssen wir oftmals deutlich weniger Vitamine in Kauf nehmen, weil diese ja über längere Strecken zu uns transportiert wurden. Wenn man also ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte man sich gut über dessen Qualität und Inhaltsstoffe informieren und vor allem den Zusammenhang zur eigenen Erkrankung kennen. Auch hier empfehle ich euch einen Arzt oder Therapeuten zu konsultieren.

* Pilze/Parasiten im Darm: Klingt komisch? Naja, fast jeder Mensch bietet bestimmten Arten von Pilzen und Bakterien ein „warmes Heim“ in unserem Darm. Diese sind auch durchaus erwünscht, solange sie in einer bestimmten Anzahl vorliegen. Paracelsus sagte mal „Der Tod sitzt im Darm“. Viele Krankheiten gehen aus einer gestörten Darmflora hervor. Bei meiner Geschichte mit der Neurodermitis war das auch der Fall.

* Antibiotika: Antibiotika haben ihre Berechtigung. Oftmals sind sie lebensrettend. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass sie häufig zu schnell verschrieben werden. Antibiotika haben die Aufgabe Bakterien abzutöten. Sie unterscheiden dabei leider nicht zwischen guten und schlechten Bakterien. Dies kann zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen. Ich persönlich habe aus diesem Grund nach Einnahme von Antibiotika immer einen sogenannten „Darmaufbau“ mit Milchsäurebakterien gemacht.

* Schwermetallvergiftung: Können z.B. durch Amalgamfüllungen entstehen. Aber auch aus nickelhaltigem Besteck können Stoffe  gelöst werden, die der Körper dann aufnimmt. Es gibt viele Möglichkeiten zu testen, ob eine Belastung mit Schwermetallen vorliegt. Bei mir wurde dies damals in der Spezialklinik Neukirchen festgestellt.

* Impfung: Das Impfen ist ein umstrittenes Thema. Impfungen können Leben retten, aber eine Neurodermitis scheinbar auch negativ beeinflussen. Bei mir ist die Neurodermitis kurze Zeit nach der Dreifachimpfung mit Masern, Mumps und Röteln aufgetreten. Ich bitte euch an dieser Stelle euch gut über dieses Thema zu informieren. Ich bin kein „Impfgegner“ und stehe sicherlich in der goldenen Mitte, was das Thema angeht. Ein gutes Buch zum Thema Impfungen mit ihren Pro und Contras findet ihr hier: „Impfen pro und contra“ von Dr. Martin Hirte

*Kosmetika: Viele Kosmetikartikel stehen im Verdacht Allergien und Neurodermitis-Schübe auszulösen. In vielen Cremes und Lotionen sind oftmals bedenkliche Stoffe enthalten, die die Haut reizen können. Ich konnte auch bei mir beobachten, dass ein häufiges Verwenden von Cremes bei mir zu einer gewissen Abhängigkeit der Haut geführt hat. Meistens bekam ich selbst bei Lotionen, die extra für die Neurodermitis beworben wurden, trotzdem Ausschläge. Hörte ich mit dem Cremen auf, hatte die Haut große Probleme sich selbst zu fetten.

*Abstillen vor 6 Monaten: Dieses Thema ist mir ein besonderes Anliegen. Ich bekomme leider immer wieder im Bekanntenkreis mit, dass Frauen aus kosmetischen Gründen auf das Stillen ihres Babys verzichten. Das ist sehr bedenklich, denn es gibt eine Vielzahl von Studien, die gezeigt haben, dass Muttermilch besonders wichtig in Bezug auf ein gesundes Immunsystem ist. Dies ist meiner Meinung nach auch nur logisch.

Bei der Neurodermitis die Nadel im Heuhaufen finden

Es ist nicht ganz einfach den wirklichen Auslöser der Neurodermitis zu finden. Meist braucht es Monate oder Jahre, bis man Auslöser identifiziert hat, oder sogar die Ursache der Neurodermitis findet. Hier hilft oftmals ein Neurodermitis-Tagebuch, in dem man beispielsweise Lebensmittel, die man gegessen hat dokumentiert und entsprechende Reaktionen vermerkt. Man sollte auch mal mit seinen Eltern sprechen, wann die Neurodermitis begonnen hat und ob ein bestimmtes Ereignis dazu geführt haben könnte.

Auch ich bin nicht unbelehrbar, deswegen möchte ich nochmal sagen, dass all das Wissen, welches ich hier zusammengefasst habe, aus Büchern, diversen Artikeln und Internetrecherchen stammt und Dinge sind, die ich auch selbst am eigenen Körper erfahren konnte. Ein paar Bücher, die ich euch in diesem Zusammenhang empfehlen kann, findet ihr hier:

Mein nächster Post wird sich intensiv und kritisch mit dem Thema Cremes & Kortison auseinandersetzen.

Bis bald,

Eure Ailyn


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